
Sturmfluten, Orkan und noch mehr Wind
„Eure Vogelzählung wird vorgezogen. Es ist sehr starker Wind angesagt“, teilten uns unsere Betreuer am letzten Seminar-Tag mit. Zurück auf der Insel bekomme ich zu hören, dass es dieses Mal wirklich ziemlich heftig werden soll. Und tatsächlich wurde es dann eine Sturmflut, so wie ich sie mir vorgestellt hatte. Gemeinsam sind wir zum Weststrand gefahren und auf den Ellenbogenberg gestiegen, was im Nachhinein zugegebenermaßen eventuell doch ein wenig riskant war. Oben angekommen war der Wind dann nämlich so stark, dass ich mich richtig gegen den Wind lehnen musste, um nicht umzufallen. Auf dem Weg herunter hat mich eine Böe komplett in das Treppengeländer geworfen. Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert und ich bin mit einem großen blauen Fleck davongekommen.
Am nächsten Tag gab es dann noch eine Überraschung: der komplette Lister Hafen samt Fähranleger stand komplett unter Wasser. Auch unsere Wattführungen mussten abgesagt werden, da das Niedrigwasser an der Ostseite ungefähr den Wasserstand vom sonstigem Hochwasser erreichte und einfach beim besten Willen kein Watt zu finden war. Selbst unsere Küstenschutzdüne wurde ordentlich angeknabbert.
Die teilweise um die 15 Meter hohen Abbruchkanten an der Westseite zogen natürlich auch medial die ganze Aufmerksamkeit auf sich und irgendwie war dann sogar ich im Fernsehen. Der WDR hatte bei uns im Erlebniszentrum angefragt, ob eine junge auf Sylt lebende Person von den Ereignissen berichten könnte und so kam es, dass ich ganz spontan in der aktuellen Stunde des WDRs zu sehen war. Auf jeden Fall eine lustige, aber auch spannende Erfahrung. Doch auch in der Tierwelt hat der Sturm seine Spuren hinterlassen. Die Tage nach der Sturmflut lagen ganz viele Seesterne am Strand, die von dem Wind und den hohen Wellen vom Untergrund abgerissen und an Land gespült wurden.
Neben den ganzen spannenden Naturerlebnissen war ein weiteres Highlight definitiv das Sylter-Freiwilligen-Bierpong-Turnier, was wir dieses Mal in unserer WG ausgerichtet hatten. Das ist übrigens etwas, was man als FÖJler auch ziemlich gut kann: feiern. Das ganze Jahr über gibt es viele Feiern, nicht nur auf Sylt/List, wie das Bierpong-Turnier, sondern zum Teil Partys, zu denen alle Freiwilligen der Westküste eingeladen sind. Das nur mal am Rande. Von mir bekommt ihr in dieser Richtung ja eher weniger mit, was daran liegt, dass wir in List zum einen ganz schön ab vom Schuss sind und zum anderen so riesige Partys einfach nicht so mein Ding sind. Aber falls ihr gerne feiern solltet, dann ist das im FÖJ auf jeden Fall auch gut möglich 🙂